ARTMAPP #42, Sommer 2026. Vorschau - Magazin - Seite 4
Daphne Wright, „Sons and Couch“, 2025, handbemaltes Jesmonite, Lebensgröße,
Courtesy: the artist and Frith Street Gallery, London, Foto: Jed Niezgoda, © Daphne Wright
„Die Jungs“
Das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen präsentiert bis
18. Oktober 2026 die erste Einzelausstellung der irischen
Bildhauerin Daphne Wright (* 1963) auf dem europäischen
Festland. Zu den Motiven der Künstlerin gehören ihre beiden
Söhne, die sie mehrfach in verschiedenen Altersphasen
abformte. Auf der Schwelle zum Erwachsensein zeigt ihre
neuste imposante Arbeit „Sons and Couch“ (2025) einen
lebensgroßen Abguss ihrer Kinder auf dem häuslichen Sofa.
Die „Jungs“ erscheinen wie herausgenommen aus dem
Leben − eine intime Momentaufnahme, um eine f lüchtige
Erinnerung aus dem Alltagsleben zu konservieren. Die sichtbaren Spuren des langwierigen Herstellungsprozesses des
Doppelporträts aus Jesmonite, einem Gießharz aus Mineralpulver und f lüssigem Acryl, drängt den Eindruck eines
potenziellen Hyperrealismus eindeutig zurück.
Wrights Werke kreisen um Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit sowie das Menschsein zwischen Kindheit,
Erwachsensein, Leben und Tod. Ziel ist es, ihr Publikum
emotional zu berühren, die vorherrschenden Weißtöne verleihen den Arbeiten eine stille, melancholische Präsenz.
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